Abstract
Eine deutsche Kurzfassung der CES-D-Skala wurde unter dem Namen ADS-K für epidemiologische Studien zur Messung depressiver Symptome in der Bevölkerung entwickelt. Die vorliegende explorative Studie aus dem Bereich der transkulturellen Forschung untersucht an einer Stichprobe von insgesamt 310 in der Bundesrepublik lebender Arbeitsmigranten (89 Italiener/innen, 89 Spanier/innen, 89 Personen aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien und 43 Portugiesen/innen) der ersten Generation die interkulturelle Reliabilität und Validität dieser Skala in der jeweiligen muttersprachlichen Übersetzung. Die Analysen weisen die Skalen in dem untersuchten Kollektiv als reliable Messinstrumente aus. Eine Hauptkomponenten-Faktorenanalyse (PCA) der Gesamtstichprobe ergibt zwei Faktoren, depressiver Affekt und positiver Affekt, welche sich auch in internationalen Vergleichsstudien als stabilste Lösungen erwiesen hatten. Zwischen den Nationalitäten finden sich allerdings Unterschiede sowohl in den Summenwerten als auch in der Höhe der Reliabilitätsmaße und der faktoriellen Struktur. Hieraus wird geschlossen, dass Depressionen zwar ein universell vorhandenes Syndrom darstellen, die Ausprägung sich jedoch kulturspezifisch unterscheidet. Die Prävalenz leichterer und schwererer depressiver Störungen liegt in der untersuchten Stichprobe bei 30 % und damit weit über Angaben zur psychiatrischen Gesamtmorbidität in deutschen Gemeindestichproben.
This explorative transcultural psychiatric field study deals with the intercultural validity and reliablility of a German 15 item version of the CES-D scale translated into four European languages. The sample consists of 310 elderly migrant workers of the first generation that remained living in Germany. It is of Italian (n = 89), Spanish (n = 89), Ex-Yugoslavian (n = 89) and Portuguese (n = 43) origin. The translated scales show good psychometric properties. In the complete sample, a principal component analysis extracts two factors, differentiating positive from depressive affect, thus corroborating solutions found in other transcultural studies. The analysis of the four nationalities, however, demonstrates differences regarding total scores, reliability coefficients and factorial structure. This indicates that a universal construct of depression may exist, but that different cultural backgrounds influence symptom formation. Prevalence rates of depressive symptomatology reach 30 % in the total sample and exceed by far those observed in the German population.
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