Abstract
Das Fibromyalgie-Syndrom (FMS) ist eine chronische Erkrankung, die seit 1990 durch die Kriterien des American College of Rheumatology (ACR) als generalisierte Schmerzerkrankung des Bewegungsapparats in Verbindung mit mindestens 11 von 18 schmerzhaften sogenannten tender points definiert ist. Unabhängig von dieser formalen Klassifikation ist die Einordnung des FMS innerhalb einer Bandbreite von einer spezifischen rheumatologisch- organischen Störung bis hin zur Gleichsetzung mit der somatoformen Schmerzstörung weiter Gegenstand der Diskussion. Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick über die aktuelle Diskussion zur Klassifikation des FMS, zeigt die ätiopathogenetischen Vorstellungen in Form von genetischen, zentralnervösen, muskulären und psychologischen Modellen auf und diskutiert den aktuellen Stand der Therapie. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf psychologischen Aspekten als mögliche auslösende und aufrechterhaltende Faktoren und auf psychologischen Therapieansätzen. Bezüglich der Entstehung des FMS wird ein multikausales Modell unter Berücksichtigung von genetischen, pathophysiologischen, psychologischen und interpersonellen Faktoren vorgestellt. Zur Behandlung stellt derzeit ein multimodaler Therapieansatz, der bewegungstherapeutische, medikamentöse und psychologische Verfahren integriert, die Methode der Wahl dar.
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