Abstract
In der psychologischen Vertragsforschung wird davon ausgegangen, dass der psychologische Vertrag von Arbeitnehmern einem grundlegenden Wandel unterliegt: Ein eher an Langfristigkeit orientierter relationaler psychologischer Vertrag wird zunehmend abgelöst durch einen eher kurzfristorientierten transaktionalen Vertrag. Im Rahmen einer qualitativ angelegten Studie zeigen wir hingegen am Beispiel von Arbeitnehmern in räumlich hoch flexiblen Arbeitsverhältnissen, den Expatriates, dass diese Entwicklung keineswegs so eindeutig verläuft, sondern dass stattdessen der psychologische Vertrag charakterisiert ist durch ein Nebeneinander von relationalen und transaktionalen Vertragselementen. Aus dieser Koexistenz unterschiedlicher Vertragsbestandteile entstehen neue Widersprüchlichkeiten, die sich in einem von den Expatriates wahrgenommenen Mangel an Anerkennung für ihre im Ausland erbrachten Leistungen ausdrücken. Allerdings führt dies in der Konsequenz nicht zu einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses, da zwar ein Vertragsbruch, jedoch keine – tiefergreifende – Verletzung des psychologischen Vertrages durch die Expatriates wahrgenommen wird.
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