Abstract
Seit über 25 Jahren bieten die baden-württembergischen Berufsakademien (BA) duale Ausbildungen auf Hochschulniveau an. Der fachhochschuläquivalente Abschluss soll es den Absolventen ermöglichen, auf dem Arbeitsmarkt uneingeschränkt mit Hochschulabsolventen konkurrieren zu können. Eine umfassende Bestandsaufnahme der bisher durchgeführten Absolventenstudien ergibt keine Anhaltspunkte, die darauf hindeuten, dass BA-Betriebswirte den Fachhochschul- und Universitätsabsolventen hinsichtlich der beruflichen Aufstiegschancen nachstehen. Zugleich wird bildungsökonomischen Forschungsansätzen eine Absage erteilt, die auf der Prämisse basieren, tertiäre Ausbildungsinstitutionen seien in der Lage, berufliche Karrieren ihrer Absolventen zu determinieren. Karrieren bilden sich in Organisationen durch Selbst- und Fremdselektion: Das komplexe Wechselspiel von „persönlichem Wollen”, „individuellem Können”, „sozialem Dürfen” und „situativer Ermöglichung” schränkt die Vorhersagbarkeit von Karriereverläufen stark ein, weshalb nicht von einer direkten Durchschlagskraft tertiärer Ausbildungsgänge auf berufliche Karrieren ausgegangen werden kann.
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