Abstract
Das im Tarifvertragsgesetz verankerte Günstigkeitsprinzip verhindert nach geltender Rechtsauffassung einen Trade-Off von Beschäftigungssicherheit gegen Lohn, sobald Tariflöhne unterschritten werden. Diesbezüglich stellt sich die Frage, welche beschäftigungspolitischen Implikationen sich aus der gegenwärtig geforderten Neudeutung des Günstigkeitsprinzips hinsichtlich einer Unterschreitung des Tariflohnes im Austausch für Beschäftigungssicherheit ergeben. Vor diesem Hintergrund wird in dem vorliegenden Artikel ein Modell zur optimalen Größe interner Arbeitsmärkte, die durch ein hohes Maß an Beschäftigungssicherheit gekennzeichnet sind, formuliert. Die aufgrund der Vereinnahmung von Risikoprämien (Tausch von Beschäftigungssicherheit gegen Lohn) für das Unternehmen vorteilhafte Etablierung interner Arbeitsmärkte wird sich dabei häufig im Rahmen betrieblicher Mitbestimmung vollziehen, so dass Betriebsräte für die Belegschaft Anspruch auf zumindest einen Teil der so erzielbaren Rente erheben und über Mitbestimmungsrechte Einfluss auf die Größe des internen Arbeitsmarktes nehmen werden.
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