Abstract
Besonders in Zeiten schwieriger wirtschaftlicher Lage steht die Qualifikationsfunktion tertiärer Bildungsinstitutionen auf dem Prüfstand. Die Berufsakademie, die in diesem Zusammenhang großes öffentliches Interesse weckt, verknüpft Elemente betrieblicher Ausbildung mit solchen des theorieorientierten Studiums. Ihr werden eine effiziente Ausbildung und ein reibungsloser Beschäftigungseinstieg, verbunden mit guten Aufstiegschancen, zugeschrieben. Empirisch ist es jedoch weniger bekannt, welche Wirkung verschiedene Ausbildungsinstitutionen auf individuelle Karriereverläufe entfalten. Dieser Beitrag analysiert zunächst Entstehung und historische Entwicklung verschiedener (betriebswirtschaftlicher) Ausbildungsgänge. Der empirische Teil beschreibt anhand von Sekundärdaten sowie individuellen Lebensverlaufsdaten vergleichend die beruflichen Karrieren von Absolventen von Berufsakademien, Fachhochschulen und Universitäten. Dabei zeigt sich, dass Berufakademien zwar leistungsfähige Abiturienten rekrutieren, diesen aber offenbar nicht in gleicher Weise Aufstiegschancen eröffnen können wie die Ausbildung an Fachhochschulen oder Universitäten. Der Beitrag plädiert jedoch auch für eine differenzierte Betrachtung des Konzeptes Ausbildungserfolg im Kontext unterschiedlicher institutioneller und individueller Erwartungen und skizziert Ansätze einer Evaluation tertiärer Ausbildungsgänge.
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