Abstract
Galten bei der klassischen Individualisierung in der Arbeitswelt die Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen als Individualisierung ermöglichend, so ist heute, im neuzeitlichen Individualisierungsprozess, der forcierende, Individualisierung erzwingende Charakter immer deutlicher zu beobachten. Aufgrund des massiven Flexibilitätsbedarfs greifen Erwerbsorganisationen immer häufiger individualisierte personalwirtschaftliche Gestaltungslösungen auf, in denen die betriebliche Flexibilität durch Destandardisierung von Lösungen sowie Delegation von Entscheidung und Verantwortung, die die Individualisierungsansätze charakterisieren, erreicht werden soll. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden aufgefordert, die ihnen eingeräumten Gestaltungs- und Entscheidungsspielräume zu nutzen, jedoch unter dem absoluten Vorrang betrieblicher Flexibilitätsbelange. Aus der neuzeitlichen Perspektive des Individualisierungsprozesses, in der nicht nur dessen ermöglichende, sondern auch der erzwingende Charakter betrachtet wird, geht der vorliegende Beitrag auf einige daraus entstehende Spannungsfelder in der Arbeitswelt und die damit zusammen hängenden Fragestellungen der Personalforschung ein.
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