Abstract
Aus empirischer Sicht war es über lange Zeit vor allem die tayloristische Arbeitsteilung, die zur („klassischen”) Inhumanität der Arbeit (physische Überbelastung, psychische Unterforderung, soziale Isolation) beitrug und Bestrebungen zur Humanisierung der Arbeit begründete (Abschnitt 1). In der jüngeren Vergangenheit gewinnen nun allerdings nicht- bzw. post-tayloristische Formen der Arbeitsorganisation an Bedeutung, die auf eine bemerkenswerte Abnahme der „klassischen” Arbeitsinhumanität verweisen (Abschnitt 2), aber auch auf die Entstehung bzw. Ausweitung einer „modernen „Inhumanität der Arbeit schließen lassen. Diese „moderne” Form der Arbeitsinhumanität entspringt einem nachhaltig intensivierten Wettbewerb zwischen den Arbeitenden und äußert sich in zunehmenden psychisch-sozialen Überforderungen sowie damit einhergehenden Stressreaktionen und -erkrankungen (Abschnitt 3). Inhumane Arbeit könnte zukünftig somit eine zweite bedeutsame Ausprägungsform erfahren, woraus dem Humanisierungsprojekt eine neuartige Herausforderung erwachsen würde (Abschnitt 4).
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