Abstract
Tumorpatienten leiden häufig unter psychischen Belastungen und Störungen, vor allem depressive, Anpassungs- und Angststörungen, die meist im Zusammenhang mit der Erkrankung und ihrer Behandlung entstehen können. Ein weiterer Teil von Patienten leidet unter prämorbid bereits ausgeprägten psychischen Erkrankungen, die weiterhin bestehen oder unter der Krebserkrankung erneut auftreten. Um diese psychischen Belastungen und Störungen rechtzeitig zu entdecken oder sogar präventiv verhindern zu können, ist die Kenntnis von Risikofaktoren notwendig, die die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer komorbiden psychischen Störung erhöhen. Es wurden Studien mit den Stichworten Neoplasien (neoplasms), Risikofaktoren (risk factors), psychische Störungen (mental disorders), depressive Störungen (depressive disorders), Depression (depression), Angststörungen (anxiety disorders) und Angst (anxiety) für den Zeitraum von 1980 bis 2000 recherchiert und einem systematischen Review unterzogen. Es werden diejenigen krankheitsbezogenen, soziodemographischen und psychosozialen Faktoren analysiert, die mittels multivariater Analysen als unabhängige Prädiktoren identifiziert werden konnten. Nur wenige der untersuchten Variablen zeigen einen signifikanten Einfluss auf die psychische Belastung von Tumorpatienten. Am ehesten scheinen Patienten in fortgeschrittenem Krankheitsstadium, mit geringer körperlicher Funktionsfähigkeit und starken Schmerzen sowohl von allgemeiner psychischer Belastung als auch von Depressivität und Ängstlichkeit betroffen zu sein. Junge Patienten leiden häufiger unter Ängstlichkeit, während Frauen ein höheres Risiko für allgemeine psychische Belastung und Depressivität aufweisen. Schließlich scheint eine psychiatrische Vorerkrankung depressive Episoden zu begünstigen, während soziale Unterstützung davor schützt. Resultierende zukünftige Forschungsaufgaben werden diskutiert.
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