Abstract
Für die angemessene Behandlung einer Erektionsstörung ist es von großer Relevanz, sie als überwiegend organisch bzw. psychogen zu diagnostizieren. Während die medizinischen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten stetig zunehmen, geraten die psychosozialen Aspekte der Störung immer mehr in den Hintergrund. Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, einen kritischen Überblick über die Methoden und empirischen Ergebnisse zur Differentialdiagnostik einer organischen von einer psychogenen Erektionsstörung aufgrund von Selbstbeurteilungsdaten zu geben. Dabei finden sowohl standardisierte Persönlichkeitstests als auch Instrumente zur Erfassung des allgemeinen Sexualverhaltens und der spezifischen sexuellen Symptomatik Beachtung. Es zeigt sich, dass sowohl Persönlichkeitstests als auch Fragebogen zum allgemeinen Sexualverhalten für die Differentialdiagnostik der erektilen Dysfunktion wenig geeignet erscheinen, während Aussagen zur spezifischen sexuellen Symptomatik eine entscheidende differentialdiagnostische Bedeutung zukommt. Es werden methodische und inhaltliche Aspekte aufgezeigt, die bei der zukünftigen Entwicklung von psychometrischen Instrumenten zur Differentialdiagnostik berücksichtigt werden sollten.
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