Abstract
Die Vielzahl vorliegender Evaluationsstudien zur Wirksamkeit psychologisch fundierter Therapie des chronischen Tinnitus ist durch eine erhebliche Ergebnisdivergenz gekennzeichnet. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, unter Anwendung metaanalytischer Techniken Faktoren zu identifizieren, die diese Divergenz erklären können und so eine generalisierbare Einschätzung der Wirksamkeit psychologischer Tinnitustherapie erlauben. Siebenundzwanzig Studien, in denen insgesamt 1420 Patienten untersucht wurden, konstituierten den metaanalytischen Studienpool. Als statistisches Auswertungsverfahren wurden verschiedene unifaktorielle Ansätze und ergänzend hierzu die multiple Regressionsanalyse herangezogen. Die Metaanalyse führte zu dem Resultat, daß die Wirksamkeit der einbezogenen Studien als eher moderat einzuschätzen ist. Es zeigte sich, daß methodisch schwache Studien, in denen die therapeutischen Veränderungen mit Verfahren erhoben wurden, die durch ein niedriges Meßniveau gekennzeichnet sind, deutlich größere Effekte erbringen. Auch der Stellenwert kognitiver Techniken des Behandlungskonzeptes korrelierte positiv mit den Studienresultaten. Darüber hinaus konnte für keine weitere Variable ein statistisch signifikanter Zusammenhang zur Höhe der Effektstärke statistisch abgesichert werden.
The high number of evaluation studies on the effects of psychological therapies in chronic tinnitus is characterized by a tremendous divergence of results. The present study aims at the identification of factors which can explain this divergence using meta-analytic techniques, thus leading to a generalizable evaluation of the effects of psychological tinnitus therapy. 27 studies including 1420 patients constituted the study pool. Statistical analyses were conducted using various unifactorial approaches supplemented by multiple regression analyses. Meta-analyses lead to the result that the effect of the studies included has to be regarded as moderate in general. Methodologically weak studies,which assess therapeutically induced changes by means of measures with low reliability, yield by far greater effects. Furthermore studies in which cognitive techniques play a greater role yield better results. For other variables under study a statistically significant correlation with effect sizes could not be proven.
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