Abstract
Drei Normalitätskonstruktionen – „Normalarbeitszeit”, „Normalfamilie” und „Normalbiografie” – verlieren aktuell ihre quantitative gesellschaftliche Basis, sie haben den Charakter zwar noch handlungsleitender, aber veralteter Leitbilder. Diskutiert wird, inwieweit sich angesichts der Erosion von Normalität und der ökonomischen Interessen der Betriebe an Flexibilisierung für alle Beteiligten befriedigende innovative Arbeitszeitlösungen finden lassen. Auf dem Hintergund von qualitativer empirischer Forschung zu „alltäglicher Lebensführung” wird gezeigt, daß derzeit praktizierte Modelle flexibler Arbeitszeit die veränderte Wirklichkeit von Familien und Geschlechterverhältnissen nicht hinreichend berücksichtigen. Eine größere Kongruenz der Ziele Arbeitszeitflexibilität, Familienfreundlichkeit und Chancengleichheit läßt sich evtl. mit Hilfe von „Wahlarbeitszeiten” herstellen.
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