Abstract
Im vorliegenden Aufsatz wird der Versuch unternommen, an organisationswissenschaftliche Publikationen mit strukturationstheoretischen Konzepten Fragen von Männlichkeit und Homosexualität in Organisationen anzuschließen. Dazu wird zunächst das Konzept der sozialen und individuellen Strukturation von Ortmann et al. (1997) erläutert (1). Dieses Konzept ist für die hier behandelte Problematik besonders deshalb fruchtbar, da es die ursprüngliche Konzeption der Dualität von Struktur von Giddens (1995) um eine psychische Betrachtungsweise erweitert: Strukturen schlagen sich im Handeln nieder und in der Psyche des Individuums. Im Rahmen der sich im folgenden Teil (2) anschließenden Diskussion des Potentials der Theorie der Strukturierung für die empirische Forschung wird die zentrale Untersuchungsfrage des Projekts „Homosexuelle Männer in Führungspositionen” formuliert: Wie gestaltet sich die rekursive (De-)Stabilisierung von Homosexualität in Organisationen? Aufgrund der Spezifität des Themas Homosexualität referiert der dritte Teil psychoanalytische Gedanken zur männlichen Geschlechtsidentität und (Entstehung von) Homosexualität. Ein exemplarisch ausgewähltes Interviewtranskript wird dann im Rahmen der hier vorgeschlagenen Theorienverbindung ausgewertet und analysiert (4). Abschließend folgen Überlegungen, wie für die hier beschriebene Studie mit 25 auszuwertenden Tiefeninterviews eine Verbindung von theoriegeleiteter Forschung und gegenstandsbezogener Theoriebildung aussehen könnte (5).
Get full access to this article
View all access options for this article.
