Abstract
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten scheint angesichts drängender Themen wie Personalabbau und Pesonalkosten das Problem der Fluktuation in Wissenschaft und Praxis an Bedeutung zu verlieren, obwohl der Arbeitsmarkt trotz der Massenarbeitslosigkeit eine erhebliche Dynamik aufweist. Mit Hilfe von Daten, die für die Beschäftigten in Deutschland repräsentativ sind, wird festgestellt, daß die Fluktuation – wenn auch in abgeschwächter Form – der vorherrschende Grund für einen Arbeitsplatzwechsel bleibt und die Fluktuationserfahrungen nach wie vor positiv sind. Ebenso wird die Fluktuationsneigung in aggregierter Betrachtung durch die wirtschaftliche Entwicklung kaum beeinträchtigt. Sie wird in hohem Maße dadurch beeinflußt, wie der einzelne seine Stellung auf dem Arbeitsmarkt subjektiv wahrnimmt: Die Verschlechterung der wahrgenommenen Chancen auf dem externen Arbeitsmarkt reduziert die Fluktuationsneigung, eine Zunahme der Arbeitsplatzunsicherheit im bestehenden Arbeitsverhältnis verstärkt die Fluktuationsneigung. Die Rolle dieser subjektiven Wahrnehmung auf dem internen und externen Arbeitsmarkt ist wichtiger als die Rolle der Arbeitszufriedenheit. Vor dem Hintergrund der empirisch nachweisbaren Bedeutung von Fluktuation und Fluktuationsneigung besteht daher auch (und gerade) in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Handlungsbedarf für das Personalmanagment.
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