Abstract
Der Beitrag behandelt zwei Fragen: (1) Werden wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Bereich der Personal- und Organisationsforschung in Unternehmen eher instrumentell, d.h. zur Lösung von Wissensproblemen, genutzt oder eher politischlegitimatorisch zur Lösung von Konfliktproblemen? (2) Was sind die Bestimmungsgründe für Art und Ausmaß der Nutzung? Auf der Basis eines Modells individueller und kollektiver Entscheidungsprozesse werden u.a. folgende Hypothesen entwickelt: Die Unternehmenspraxis fragt wissenschaftliches Wissen für die Lösung des Wissensproblems häufig nicht nach, da Praktikerwissen für ausreichend gehalten wird. Für die Lösung des Konfliktproblems ist wissenschaftliches Wissen dagegen funktional: Unter der Voraussetzung, daß sie keine kognitiven Dissonanzen auslösen, tragen wissenschaftliche Erkenntnisse vor allem in Form von unwiderlegbaren, rechtfertigenden Theorien und interessenkonformer Empirie zur Lösung von Konflikten bei. Die theoretisch entwickelten Behauptungen werden mit empirischen Befunden aus der Literatur belegt.
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