Abstract
Flexibilität wird als Allheilmittel angesehen zur Rettung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Sie soll die Unternehmen in die Lage versetzen, rasch auf Änderungen der Nachfrage und der Nachfragestrukturen reagieren zu können. Löhne, Gehälter, Lohnzusatzleistungen, Lage und Dauer der Arbeitszeit sollen sich flexibel an die Situation des Unternehmens anpassen können. Um diese Flexibilität zu erreichen, wollen die Unternehmen Verträge über die Arbeitsbeziehungen am liebsten allein mit „ihren” Betriebsräten aushandeln, anstatt sich an starre Flächentarifverträge halten zu müssen. In diesem Artikel soll aus der Praxis und vom Standpunkt eines Betriebsratsmitglieds aus untersucht werden, ob Betriebsratsgremien überhaupt wünschen, in die Rolle von Tarifparteien gedrängt zu werden, um Löhne und Gehälter, Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten mit „ihrer” Geschäftsführung auszuhandeln. Andererseits soll kritisch hinterfragt werden, ob Betriebsräte dieser Aufgabe auch gewachsen sind. Bieten sich Firmen- oder Haustarifverträge, wie am Beispiel der IBM Deutschland GmbH gezeigt, als Ausweg aus diesem Dilemma an?
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