Abstract
Kollektivverträge schaffen wichtige Rahmenbedingungen für die Wettbewerbsfähigkeit von Industriebetrieben, wobei die Entgeltpolitik - neben der Arbeitszeitgestaltung - besonders zu beachten ist. Die personalwirtschaftliche Analyse der kollektivvertraglichen Entgeltstrukturen in Deutschland, Italien und Osterreich zeigt, daß die österreichische Industrie vor allem hinsichtlich der Dynamik der Entgeltkosten, der flexiblen betrieblichen Gestaltung der Lohnpolitik und dem Setzen von entgeltbezogenen Leistungsanreizen gegenüber der deutschen und italienischen Industrie im Nachteil liegt. Die absolute Tarifgebundenheit von Betrieben und Beschäftigten, die starke Ausprägung des Senioritätsprinzip im Bereich der Industrieangestellten und die Vereinbarung von Ist-Entgelterhöhungen als österreichisches Spezifikum sind die wesentlichsten Ursachen dafür. Aus personalwirtschaftlicher Perspektive ist deshalb sowohl eine Veränderung der Lebenseinkommenskurve von Angestellten als auch eine teilweise „Verbetrieblichung” und Individualisierung der Entgeltpolitik anzustreben.
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