Abstract
Psychologische Maßnahmen der Personalauswahl bzw. Personalentwicklung sollten möglichst ökonomisch und objektiv sein. Vor diesem Hintergrund wird in dem vorliegenden Beitrag eine Methodik zur kontrollierten Erfassung eignungsdiagnostischer Entscheidungen und der Bewertungsmaßstäbe von Urteilsträgern im Assessment-Center dargestellt. Unter Verwendung eines stochastischen Nutzenmodells war es möglich, Entscheidungsunsicherheiten in Form von individuellen Urteilsinkonsistenzen zu berücksichtigen. Das Modell erwies sich als geeignet, individuelles Entscheidungsverhalten auf der Grundlage subjektiver Präferenzen angemessen vorherzusagen. Interindividuelle Unterschiede in der Bedeutungszuschreibung zu den wesentlichen Dimensionen als auch Abweichungen von institutionell gesetzten Kriterien konnten herausgestellt werden. So lassen sich Nutzenschätzungen als Entscheidungsunterstützung, als Orientierungshilfe bei der Auswahl und Gestaltungeignungsdiagnostischer Verfahren, als Kontroll instrument für Urteiler-und Beobachtertrainings oder auch für Reflexionen über institutionell gesetzte Kriterien einsetzen.
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