Abstract
Empirische Studien über Karriereverläufe von Arbeitnehmern belegen für unterschiedlichste Unternehmen einen deutlichen Zusammenhang zwischen raschen ersten Beförderungen und überdurchschnittlich hohen Karriereerfolgen der entsprechenden Arbeitnehmer in späteren Perioden. Der vorliegende Beitrag kritisiert zunächst zwei traditionelle Erklärungsansätze für derartige Frühstarteffekte, die von Rosenbaum vorgeschlagen wurden: eine Variante des Tournament-Ansatzes sowie den Signaling-Ansatz. Beide Ansätze können nicht diejenigen Befunde erklären, bei denen Frühstarteffekte nur relativ schwach ausgeprägt sind und spätere Karriereerfolge hauptsächlich durch ganz andere Faktoren bestimmt werden. Auch auf konzeptioneller Ebene sind die beiden älteren Erklärungsansätze nicht unproblematisch, da sie u.a. von irrationalen Entscheidungen auf Arbeitgeberseite ausgehen. Als alternativer Erklärungsansatz wird anschließend eine Kombination aus Superstar- und Matching-Theorie vorgeschlagen. Dieser Ansatz weist die Schwächen der älteren Ansätze nicht auf und kann zudem einer weitergehenden Diskussion der Gestaltung betrieblicher Karrieren durch eine strategische Personalpolitik dienen.
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