Abstract
Der Beitrag erläutert eine theoretische Konzeption der Beziehungen von Menschen und Dingen, i.e. Gebäuden, Räumen, Möbeln, Arbeitsmitteln usw., und bezieht sich v.a. auf die Situation in Büros.
Aus verschiedenen theoretischen Perspektiven werde ich herausarbeiten, daß und wie die Dinge, von denen wir umgeben sind, uns beeinflussen. Dieser Einfluß ist sowohl sozialisatorisch als auch aktuell verhaltenssteuernd. Und: Die Einflüsse der Dingwelt sind ebenso wichtig wie soziale Einflüsse – obwohl die Bedeutung dinglicher Ambiente gemeinhin unterschätzt wird.
Ausgehend von einer Definition der Personen als Sujet-Subjekte (Meyer-Drawe 1990) beschreibe ich die Dinge als Kultur-Objekte, die auf mehrfache Weise beeinflussende Funktionen haben, auch am Arbeitsplatz. Die Beziehungen von Menschen und Dingen definiere ich als transaktionale Relationen; dieses Relationskonzept erlaubt die begriffliche Fassung der wechselseitigen Bedingtheit und Verschränkung von Menschen und Dingen. Die Erläuterung der Abhängigkeit unserer Selbst- und Weltkonzepte von der dinglichen Umgebung verweist noch einmal auf die große Bedeutung der Dinge.
Die genannten theoretischen Zugänge legen es jeweils nahe, den Einfluß der Dingwelt als fundamental und als letztlich nicht aufhebbar zu begreifen: Wir können diesen Einfluß ent-decken, nicht aber abstreifen.
Der Beitrag schließt mit einigen Überlegungen zu der Frage, ob und wie Personen sich von organisationalen Zwängen, wie sie auch dinglich vermittelt werden, emanzipieren können – am Beispiel der Mitbestimmung bei der Gestaltung von Büroräumen. Die theoretischen Darstellungen werden anhand eines idealtypischen Fallbeispiels jeweils illustriert.
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