Abstract
Der allgegenwärtige wirtschaftliche, technologische und soziale Wandel führt zu geänderten Betrachtungsformen, zu neuartigen Themenstellungen beziehungsweise zur Anwendung bislang mehr oder weniger unbeachteter Prinzipien in der betrieblichen Personalwirtschaft. Einen für die nähere und weitere Zukunft prägenden Grundsatz stellt die Flexibilisierung dar. Seit einiger Zeit diskutieren Wissenschaft und Praxis zwar verstärkt über die Flexibilisierung der Arbeitszeiten; andere Möglichkeiten, Beschäftigungsverhältnisse flexibler und damit individueller zu gestalten, werden hingegen nur selten in Betracht gezogen: Personalbestand, Arbeitsstrukturen, Mitarbeiterqualifikation, Anreizsysteme, Sozialleistungen sowie Personalführung bieten bei genauerer Betrachtung vielfältige Ansatzpunkte zur individuelleren Ausformung. Handfeste positive mitarbeiter- und unternehmensseitige (Aus) Wirkungen der Individualisierung oder der Flexibilisierung lassen sich auf allen Anwendungsgebieten feststellen. Bei den zu erwartenden Vorteilen für alle Beteiligten dürfen indessen die Voraussetzungen und Grenzen nicht übersehen werden. Starke Bedeutung kommt bei der Verwirklichung von mehr Flexibilität und Individualität in der Arbeitswelt schließlich auch der partizipativen Einführung beziehungsweise Umsetzung zu. Die betriebliche Personalwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland unterliegt seit den fünfziger Jahren ständigen Veränderungen. Viele retrospektiv ausgelegte Phasenschemata zur Entwicklung von Personalarbeit und Personalführung belegen den kontinuierlichen Wandel deutlich. Die Veröffentlichungen aus Wissenschaft und Praxis zum Thema “Mensch und Arbeit” spiegeln die jeweiligen gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, die Schwerpunktaufgaben, den Stellenwert und das Selbstverständnis der betrieblichen Personalwirtschaft in gleicher Weise wider.
Im weiteren soll die bisherige Entwicklung in die Zukunft verlängert und dabei ein spezieller Aspekt der zu erwartenden Trends genauer skizziert werden: Individualisierung und Flexibilisierung als neue Gestaltungsprinzipien der betrieblichen Personalwirtschaft.
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