Abstract
Auch nach 150 Jahren industriell-kapitalistischer Entwicklung sind Kleinbetriebe nicht den Konzentrations- und Integrationsprozessen der ‘Großen’ zum Opfer gefallen. Die zunehmende Informatisierung der Gesellschaft hat vielmehr völlig neue Existenzchancen für kleine betriebliche Einheiten geschaffen. Kleinbetriebe sind zu einem Streitobjekt geworden: weisen Kritiker auf ihre Abhängigkeit von Großunternehmen, ihre technologische Rückständigkeit sowie auf bedenkliche Arbeitsbedingungen, Einkommens- und Arbeitsstrukturen hin, so sehen Befürworter in ihnen Modellprojekte für die Zukunft - arbeitspolitisch innovative, wettbewerbsfähige Kleinbetriebe. In unserem Beitrag analysieren wir auf der Grundlage qualitativer Erhebungen Aspekte der Binnenstruktur neugegründeter Kleinbetriebe im Bereich von IuK-Technologien wie Gründungsprozesse, Arbeitsbeziehungen, Einkommenslage und Arbeitszeiten von Betriebsgründern und Beschäftigten. Es werden Faktoren identifiziert, welche die Bestandssicherheit solcher Betriebe und somit die Reproduktionssicherung von Selbständigen und Beschäftigten fördern bzw. hemmen. Die Chancen ökonomischer Konsolidierung und flexibler Anpassung an Märkte werden schließlich außer von Kapital, Qualifikation und Einsatz neuer Technologien auch von außer- wie innerbetrieblichen Kooperationsbeziehungen beeinflußt.
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