Abstract
Die Übertragung des Controlling-Gedankens auf die Personalwirtschaft hat zu einem breiten Spektrum von Personal-Controlling (PC) -Auffassungen geführt. Sowohl in der betrieblichen Praxis als auch in der Literatur haben die unterschiedlichsten Bemühungen, sich diesem Thema zu nähem, eine sehr gute Konjunktur. Dies gilt, obwohl, oder gerade weil man von einem einheitlichen und festen Begriffsverständnis noch weit entfernt ist.
Mit dem vorliegenden Beitrag möchte ich zum einen die Bandbreite der PC-Idee aufzeigen und gleichzeitig mögliche Ansatzpunkte zur Lösung praktischer Gestaltungsprobleme im Instrumentalbereich der Entgeltpolitik skizzieren. Schließlich muß die “Wunderwaffe” PC auf ihre Anwendbarkeit in konkreten Aufgabenfeldern hin untersucht werden, um nicht als bloßes modisches Sprachspiel zu fungieren.
All dies werde ich am Beispiel der betrieblichen Entgeltpolitik erörtern. Dieser Bereich ist aus mehreren Gründen für das PC von Bedeutung. Die Kosten für Löhne und Gehälter sind der größte Einzelposten innerhalb der Personalkosten. Nicht selten sind 5 % dieser Entgeltkosten mehr als der gesamte Jahresüberschuß eines Unternehmens. Hinzu kommt der kontinuierliche Anstieg der Lohnkosten je Produkteinheit. Entgelte sind i.d.R. als Investitionen in das Human-Kapital zu sehen, jedenfalls dann, wenn - wie im Fall von Nachwuchskräften - kein aktuell gleichwertiger Output in Form von produktiver Arbeitsleistung gegenübersteht. Daß Entgelte solche Investitionen auch schützen sollen, ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Hinzu kommt, daß die entgeltpolitischen Spielräume, z.B. was die Leistungsdifferenzierung angeht, durch Tarifverträge und Mitbestimmungsrechte bzw. Interpretationen durch das BAG, stetig enger werden. Schließlich macht die Arbeitsmarktsituation jedenfalls im Bereich von Fach- und Führungskräften die Entgeltpolitik zu einer wichtigen Determinante des Untemehmenserfolges. Für das PC läßt sich dies alles auf den kurzen Nenner bringen: je schwieriger und enger das Fahrwasser, desto besser müssen die Navigationsinstrumente sein.
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