Abstract
Die Personalwirtschaftslehre als wissenschaftliche Reflexion der Personalpraxis hat ihren Gegenstand bislang überwiegend in einer objektivierenden oder verdinglichenden Weise betrachtet und vor allem Verfahren der Herstellung und Handhabung von “Personal” analysiert und entwickelt. Im Selbstverständnis von Personal- Verantwortlichen und -Beratern zeigt sich demgegenüber eine auffällige Tendenz, “Persönlichkeit” (oder: den Menschen) in den Mittelpunkt zu rücken und/oder gemeinsames Handeln als Strategie der Verlebendigung von Institutionen und Strukturen des Personalwesens zu empfehlen. Der vorliegende Beitrag schlägt dementsprechend drei theoretische Perspektiven vor, um die meist unausgesprochenen Vorannahmen in der Diskussion der Personal-Fachleute zu entschlüsseln: eine objektivierend-systemtheoretische, die sich auf die Institution Personalwesen beschränkt, eine intersubjektiv-handlungstheoretische, die die Zusammenarbeit von Personen in Rollen betont (Personalarbeit) und schließlich eine subjektiv-identitätstheoretische, die dem Eigenwert und Eigensinn von Persönlichkeit das größte Gewicht gibt. Es wird die These vertreten, daß jede Aktivität und Leistung der Personalpraxis unter allen drei Perspektiven analysiert werden muß und daß diese drei Sichtweisen nicht harmonisierbar sind.
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