Abstract
Vor dem Hintergrund sinkender Arbeitslosenzahlen und eines groß angelegten Programms zur betrieblichen Reintegration von Langzeitarbeitslosen, das der Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung zum 01. Juli 1989 aufgelegt hat und das v.a. Lohnkostenzuschüsse für die Arbeitgeber enthält, ist kritisch nach Hemmfaktoren zu fragen, die die erfolgreiche Reintegration ehemaliger Arbeitsloser in die Betriebe verzögern oder sogar verhindern könnten. Ein wichtiges Hemmnis wird in der Existenz von Vorurteilen gesehen, die dem einzugliedernden Arbeitslosen durch seine Vorgesetzten und durch seine Arbeitskollegen entgegengebracht werden. Der vorliegende Beitrag stellt einige ausgewählte empirische Ergebnisse der sog. “Psychologischen Arbeitslosenforschung” zur Stigmatisierung von Arbeitslosen durch die Bevölkerung dar (Teil 1), faßt die wesentlichen theoretischen Hintergründe zum Vorurteilsmechanismus zusammen (Teil 2) und analysiert in Form von hypothetischen Überlegungen, wie sich Vorurteile durch Vorgesetzte (Teil 3) und Arbeitskollegen (Teil 4) im Prozeß der betrieblichen Reintegration dysfunktional auswirken. Im abschließenden Teil 5 werden einige erste Überlegungen zum Abbau von Vorurteilen vorgestellt.
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