Abstract
Krankheitsbedingte Fehlzeiten in Unternehmen werden im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements häufig als Gesundheitsindikatoren der Belegschaft herangezogen. In einer Querschnittserhebung bei einer Zufallsstichprobe von pflichtversicherten Arbeitnehmer/innen in Oberösterreich (n = 930) zeigt sich jedoch, dass der subjektive Gesundheitszustand von Arbeitnehmer/innen deutlich besser durch Präsentismushäufigkeiten (arbeiten trotz Krankheit) als durch Fehlzeiten prognostiziert werden kann. Präsentismus ist im Vergleich zu Krankenstand stärker mit Magen-Darm-Beschwerden, Muskel-Skelett-Beschwerden, Migräne sowie psychischen Beschwerden assoziiert, welche zugleich wichtige Determinanten der Gesundheitseinschätzung darstellen. Personen entscheiden sich im Krankheitsfall generell und bei Migräne und psychischen Beschwerden im Besonderen häufiger für Präsentismus als für Krankenstand. Speziell bei geringen Krankenstandshäufigkeiten sollten Krankenstandsstatistiken durch Schätzungen der Präsentismushäufigkeiten ergänzt werden. Es ist davon auszugehen, dass insbesondere der psychische Gesundheitszustand besser durch Präsentismus als durch Fehlzeiten abgeschätzt werden kann.
Get full access to this article
View all access options for this article.
