Abstract
Der «regierbare Mensch» ist keine Naturgegebenheit. Er muss vielmehr durch vielfältige Techniken und Praktiken hergestellt werden. Dieser Aufgabe haben sich die diversen «Menschenregierungskünste» verschrieben. In diesem Beitrag wird mit Bezug auf Michel Foucault auf die Logik der Produktion des regierbaren Menschen eingegangen. Anhand konkreter Beispiele aus der Organisationspsychologie und der Personalführung wird dieser (prekäre) Produktionsprozess veranschaulicht. Der flexible und anpassungsfähige Mensch, den das post-disziplinäre Regime bzw. die «Kontrollgesellschaft» (G. Deleuze) (er)fordert, stellt diese Produktionslogik zum Teil in Frage bzw. gibt ihr eine neue Wendung: Gefordert wird das «selbstverantwortliche» und «unternehmerische» Subjekt, das sich selbst regiert und wie ein Unternehmen «führt» und zur «Kompetenzmaschine» (M. Foucault) mutiert. In dem Beitrag wird das Wie der Produktion in den in den Vordergrund gerückt. Im abschließenden Teil wird über Implikationen bzw. mögliche Fluchtlinien der Kritik reflektiert, die sich (auch) für eine Personalwissenschaft ergeben, die sich nicht als Teil der «Menschenregierungskünste» versteht, sondern zu diesen in einem Verhältnis reflexiver Distanz steht.
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