Abstract
Geschlechterverhältnisse sind im Zuge betrieblicher Transformationen einer neuerlichen Verhandlung ausgesetzt, deren Resultat die Erfahrung und Bewältigung des Umbruchs mitbestimmt. Diese Annahme bildet den Ausgangspunkt einer Analyse, die Varianten der Wahrnehmung betrieblichen Wandels in ihren Auswirkungen auf Orientierungen zur Geschlechtergleichstellung untersucht. Gruppendiskussionen mit Vertreterinnen und Vertretern des mittleren Kaders schweizerischer Dienstleistungsunternehmen, die sich alle in tiefgreifendem Umbruch befinden, stellen die empirische Grundlage einer Diskursanalyse dar. Diese lässt nicht nur geschlechtstypische Deutungen des Wandels erkennen, sie legt auch nahe, dass der aktuelle Umbau in den Betrieben weitaus seltener die Bereitschaft zur Gleichstellung fördert, als dass er von kulturellen Formen der Ausgrenzung von Frauen begleitet ist. Die Resultate werden als Hinweis auf die Bedeutung von Maßnahmen interpretiert, die der Bewältigung der durch Reorganisationen entstehenden Herausforderungen dienen.
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