Abstract
Zusammenfassung
Dalla Bella, Peretz, Rousseau & Gosselin (2001) berichteten, dass Kinder im Alter von fünf Jahren hauptsächlich das Tempo eines Musikstückes (schnell/langsam) nutzen, um den „fröhlichen” oder „traurigen” Affekt eines Musikstückes zu beurteilen, während bei älteren Kindern auch die Modalität (Dur/Moll) das Affekturteil beeinflusst. Zwei Experimente wurden unternommen, um diese Beobachtungen zu überprüfen. Gruppen von fünfjährigen und sechs- bis achtjährigen Kindern mit wenigstens einjähriger Erfahrung in musikalischer Früherziehung sowie erwachsenen Kontrollpersonen mit musikalischer Vorbildung (Musikstudenten) beurteilten jeweils den „fröhlichen” oder „traurigen” Affekt in klassischen Melodien (Experiment 1) sowie eigens komponierten musikalischen Materialien (Experiment 2). Die Ergebnisse zeigen, dass sich musikalisches Training auf die Wahrnehmung von Modalität und Tempo im Affekturteil schon bei fünfjährigen Kindern auswirkt. Implikationen für das Design longitudinaler Studien und die Notwendigkeit eingehender Untersuchungen individueller Unterschiede werden diskutiert.
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