Abstract

Die Forschungstierhaltung des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf war angefragt worden, ob Interesse an der Ausrichtung der IGTP-Herbsttagung 2022 besteht.
Nach gar nicht allzu langer Beratung war klar: Ja, wir möchten das machen! Zumal auch in diesem Jahr das 25jährige Jubiläum der, 1997 in Jena gegründeten, Interessengemeinschaft der Tierpfleger*innen und des technischen Personals sein würde. Das wollten wir mit einbauen und gebührend würdigen.
Wir hatten die Hoffnung, nach mehrjähriger Corona-Abstinenz, endlich wieder eine Veranstaltung in Präsenz durchführen zu können.
Schnell war ein Organisations-Team gefunden, das sich dann gemeinsam mit den Berliner Kompaktkursen, insbesondere Frau Dr. Maren Kaepke, auf einem ersten Treffen am 22.10.2021, an die Arbeit machte.
Örtlichkeiten wie Hörsäle, Workshop-Räume, Platz für die Industrieausstellung, aber auch für Catering in den Pausen und ein angemessener Rahmen für den Gesellschaftsabend, incl. 25 Jahr Feier, mussten gefunden werden. Die Kosten mussten kalkuliert werden, das Programm zusammengestellt, Referent*innen gefunden, Helfer*innen organisiert werden. Zeitpläne für das Einholen von Angeboten, Einladungen, Früh- und Spätbucher*innen mussten erstellt werden. Es gab also eine ganze Reihe von Dingen, die getan werden mussten, um eine Präsenzveranstaltung für geplante 250 Teilnehmer*innen auf die Beine zu stellen.
Irgendwann machten uns dann aber doch Corona und die geltenden oder zu erwartenden Maßnahmen wieder einen Strich durch die Rechnung. Wir konnten uns einfach nicht darauf verlassen, dass alles was wir geplant hatten, auch im Herbst noch umzusetzen sein würde. Schweren Herzens haben wir uns dann dafür entschieden, von Präsenz/bzw. Hybrid auf eine reine Online-Veranstaltung umzuschwenken. Einige der Vorarbeiten waren damit umsonst, aber durchaus interessant gewesen. Vielleicht kann man das ja zu einem späteren Zeitpunkt noch mal gebrauchen.
Natürlich konnten Dinge wie zum Beispiel das Programm in großen Teilen bestehen bleiben. Leider mussten wir die Workshops wieder streichen, die natürlich die Präsenz vorausgesetzt hätten, aber die Vorträge, Roundtable und Poster konnten übernommen werden.
Ein großes Plus dieser Onlinevariante war die Tatsache, dass wir nun nicht mehr auf eine begrenzte Teilnehmerzahl setzen mussten. Die Anmeldezahlen nach Veröffentlichung der Ankündigung und des Programms gingen dann auch rasant in die Höhe und blieben erst bei 506 Teilnehmer*innen!!!! stehen.
Wir hatten uns bemüht ein abwechslungsreiches Programm zu gestalten, das sich in erster Linie an die Tierpfleger*innen wendet, aber auch Wissenschaftler*innen, Tierärzt*innen, etc. anspricht. Die Anmeldezahlen, die Reaktionen während der Veranstaltung, aber auch die Rückmeldungen nach der Tagung zeigen, dass uns das offenbar gelungen ist. Nicht nur die Varianz der Themen, sondern auch die Organisation und Durchführung der 2 vollgepackten Tage wurde von vielen sehr positiv bewertet. Natürlich kamen an der ein oder anderen Stelle auch Vorschläge wie man bestimmte Dinge noch verändern und/oder verbessern kann und das ist auch gut so. Unsere Erfahrungen und die Anregungen können wir sicher an folgende Veranstalter*innen weitergeben und ja vielleicht auch selber in der Zukunft noch einmal nutzen.
Unser Bestreben war, das Programm in Themenblöcke zu unterteilen, um so einen übersichtlichen Ablauf zu bekommen.
Die Tagung begann mit der Begrüßung der Teilnehmer*innen durch die Leiterin der Forschungstierhaltung, Frau Dr. Petra Kirsch und Herrn Frank Willmann, der die Planung federführend übernommen und dabei einen super Job gemacht hat. Frau Dr. Kränzlin, Präsidentin der Gesellschaft für Versuchstierkunde (GV-SOLAS), richtete ebenfalls einige begrüßende Worte an die Teilnehmenden und fand lobende Worte für die IGTP, was uns wirklich gefreut hat.
Im ersten Block wurde von einem Gründungsmitglied der IGTP auf das 25-jährige Jubiläum und die Entwicklung des, mittlerweile GV-SOLAS Ausschusses, im letzten Vierteljahrhundert eingegangen. Dazu passend wurde dann der Wandel der Tierhaltung des UKE über den Zeitraum von der Gründung bis heute von verschiedenen Leiter*innen beschrieben.
Den Abschluss machte ein gut gelungener und mit viel Lob kommentierter Vortrag über Mäuse, Menschen und Wildlinge, der auch gut zum Thema „Wandel “passte.
Block zwei und drei, vor und nach der Mittagspause, befassten sich mit Verbesserungen der Bedingungen für Tier und Mensch in der Versuchstierhaltung. Zum einen ging es, um das Bestreben Tierversuche auch für eine breitere Masse verständlich zu machen, damit befasst sich die „Initiative Tierversuche verstehen“.
Zum anderen aber auch die Bemühungen rechtliche Vorgaben (3R, Töten von Tieren, Belastungsbeurteilungen etc.) für alle Beteiligten sinnvoll und machbar umzusetzen.
Im letzten Themenblock des ersten Tages ging es um die Grundlagen der Mauszucht, sowie um die Durchführung der Hysterektomie für den gnotobiotischen Status.
Die Mittagspause hatten wir für die Möglichkeit des virtuellen Besuchs der Industrieausstellung, an der sich die Firmen Tecniplast, PLEXX B.V., Galilei Software, MATACHANA Germany, J.RETTENMAIER & SÖHNE und ZOONLAB beteiligt hatten, vorgesehen. Außerdem wurden in dieser Zeit die Poster präsentiert, welche ausnahmslos aus den Reihen des UKE kamen.
Den Abschluss des ersten Tages bildete, anstelle eines Gesellschaftsabends, die Online-Feierstunde “25 Jahre IGTP”. Mit ca. 160 +/− Teilnehmer*innen war es eine schöne Runde, die sich prächtig mit Anekdoten und Bildern aus vergangenen Zeiten amüsierte. Ein, zu dem Zeitpunkt nicht auffindbarer, Film über tierpflegerische Tätigkeiten der vor ca. 20 Jahren mit „wunderbarer “musikalischer Untermalung, entstanden ist, wurde am 2ten Tag in einer der Pausen zur Erheiterung nachgereicht.
Der erste Block des zweiten Veranstaltungstages befasste sich zur Gänze mit den verschiedenen Gesichtspunkten der Digitalisierung in der Tierhaltung und stellte unter anderem die Frage: Digitalisierung im Tierpflegealltag – Hilfreich oder zu viel des Guten?
Der zweite Block befasste sich dann mit den, nicht für alle alltäglichen Tierarten Frosch, Knochenfisch und Meerschweinchen, was offenbar als willkommene Abwechslung empfunden wurde.
Nachdem in der Mittagspause wieder virtuell die Industrie besucht werden konnte, ging es im letzten Vortragsblock um den Beruf der Tierpfleger*innen, die Chancen die er bietet, den Stand und die Entwicklung im europäischen Raum.
Damit waren die Vorträge, die von einem beruflich sehr unterschiedlichen Personenkreis gehalten wurden, beendet und der Rest der Veranstaltung gehörte 3 Roundtable zu den Themen Tierpfleger*innenausbildung im UKE, Meisterkurs und ‚Germfree‘. Dank der Online-Variante konnte hier bei Interesse zwischen den verschiedenen Runden gewechselt und so in alle Themen reingehört werden.
Von unserer UKE-Warte aus, war die Veranstaltung ein voller Erfolg und viele positive Kommentare und Rückmeldungen bestärken uns in dieser Sicht der Dinge.
Wir bedanken uns bei den Mitwirkenden des UKE, aber auch bei den Unterstützer*innen der IGTP und den Berliner Kompaktkursen. Es war eine tolle Zusammenarbeit mit einem sehr schönen Ergebnis.
Anne Seeburg für das Orga-Team der IGTP Herbsttagung 2022
