Abstract

Die GV-SOLAS fördert seit vielen Jahren versuchstierkundliche Forschungsprojekte von Mitgliedern im Bereich der 3R. Die mit 10.000,00€ dotierte Forschungsförderung für das Jahr 2018 hat die Tierärztin Katharina Tillmann vom Zentrum für biomedizinische Forschung der Medizinischen Universität Wien für ihr Projekt zur “Belastungserhebung von Einstreu-Sentinel-Tieren anhand 3 verschiedener Parameter” erhalten.
Die Untersuchungen sollen klären, ob die Übertragung von mit Kot und Urin verschmutzter Einstreu zu einer Belastung der Einstreu-Sentinel-Mäuse führt. Hinweise ergeben sich aus vermehrt beobachteter Aggression nach Transfer von verschmutzter Einstreu, wohingegen der Transfer von benutztem Nestbaumaterial die Aggression senkt. 1 Dennoch sind bisher keine validen Untersuchungen zur Stressbelastung der Mäuse verfügbar. Vor dem Hintergrund, dass die Verwendung von Einstreu-Sentinels eine weit verbreitete Methode für das Hygienemonitoring von Nagerkolonien nach den FELASA-Richtlinien ist, ist es im Sinne der angewandten 3R-Praxis der Versuchstierkunde wünschenswert, genauere Kenntnisse über diesen Sachverhalt zu erlangen.
Sollten sich aus der Studie entsprechende Hinweise für eine Stressbelastung der Sentinels ergeben, kann dies als Hinweis auf eine mit Nachdruck zu fördernde Alternativmethode zu den Einstreu-Sentinels sein.
Die Messung der Stressbelastung erfolgt vorrangig auf der wiederholten Basis der Kortikosteron-Metaboliten im Kot der Mäuse.2,3 Weiterhin wird am Beginn und am Ende der Studie das Verhältnis der neutrophilen Granulozyten zu den Lymphozyten in Blutproben untersucht. 4 Das Verhalten und der Gesundheitszustand der Mäuse werden beim Umsetzen ermittelt und dokumentiert. 5
Eine besondere Erwähnung sollte dabei der eigens zum Zweck der Sammlung von Kotpellets entwickelte Käfig finden. Die Kollegin Tillmann trägt dabei dem Sozialverhalten der Mäuse Rechnung, da die Tiere während der Studie in einer Gruppenhaltung gehalten werden. Gleichzeitig ist in speziellen Kompartimenten des Käfigs die Futteraufnahme und der Kotabsatz für das Einzeltier möglich, wobei keinerlei manuelle Handhabung der Mäuse während der Probenentnahme erforderlich ist.
Spezialküfig zur individuellen Kotprobennahme. (a) Probennahmeboxen mit Schiebetüren. (b) Ansicht von der Innenseite des Kaüfigs (Foto: K. Tillmann).
Mit Beginn 2019 hat die GV-SOLAS das Fördervolumen (Anschubfinanzierung) auf 25.000,00€ für eine Laufzeit von 2 Jahren angehoben. Der Bewerbungsschluss für die nächste Förderperiode ist am 31. Oktober 2020. Genauere Informationen finden sich unter http://www.gv-solas.de/ oder können über forschungsfoerderung@gv-solas.de erfragt werden.
